Ausfahrt 01.Mai 2007
Moto-GP Jerez 2006
Kimberley_Apr.2007
Die Neue ist da
Technik - was ist neu ?
Neue Blade - neuer Reifen
Impressionen
Technische Daten
Fireblade Racing
Die Neue ist da - Blade 2006

CBR1000 RR - Die Neue ist da!

CBR Test in Qatar! NastyNils, Berzerk und Zwedi wimmerten unter dem Druck der internationalen Konkurrenz! Die 172 PS starke Blade zeigte sich zum Glück aber sehr gutmütig. Gutmütig und 172 PS?





Honda CBR 1000 RR - Die neue Fireblade ist da! 



Bei diesem Anblick leuchtet das Herz des Testpiloten. Die japanischen Techniker verpassen den aufpolierten Fireblades den letzten Feinschliff. Es kann sich nur noch um Minuten handeln und schon wird das ganze Rudel CBRs um den Losail Circuit in Qatar getrieben





Keine ungestümen Araberpferde
Die Fireblade war schon im letzten Modelljahr ein Garant für Linearität. Die 172 Pferde sind keine wilden Araberhengste sondern folgsame Fiaker Rösser. Im Kurvenausgang kann man mit dem Gasgriff die Kennlinie des Motors je nach Fahrkönnen beliebig rauf und runter fahren. Die Blade gibt einem nie das Gefühl ein unerwünschter und unwürdiger Parasit im Sattel zu sein. Auch wenn man zögerlich am Kabel zieht, fühlt man sich als schneller Held. Erst dann wenn ehemalige GP Piloten wie Ron Haslam mit einem sanften schwarzen Strich außen vorbei gehen ist man wieder zurück am Boden der Realität.
Gleiche Leistung, weniger Gewicht
An der Spitzenleistung der neuen Honda änderte sich im Vergleich zum Vorgänger Modell nichts. Die Ingenieure arbeiteten mehr in Richtung Gewichtsreduktion um das Verhältnis Gewicht / Leistung weiter zu drücken. Am Motor wurden eine Fülle von Änderungen durchgeführt. Ein kurzer Überblick:
· Neu gestylte Einlasskanäle
· Größere Auslasskanäle
· Höhere Verdichtung (12,2 : 1 statt 11,9 : 1)
· Neue, konzentrische Doppelventilfedern an den Einlassventilen für höhere Zuverlässigkeit und höhere Maximaldrehzahl (nun 12.200 statt 11.650)
· Kurbelwelle und Nockenwelle wurden leichter, aber durch neue Stahllegierung trotzdem fester





2 Zähne mehr
In der Originalübersetzung wird die Honda hinten um 2 Zähne kürzer (42 statt 40 Zähne) übersetzt. Gepaart mit der höheren Maximaldrehzahl büßt man so keine Spitzengeschwindigkeit ein, bekommt aber mehr Durchzug und besseres Beschleunigungsverhalten serviert. Damit auch Grünwähler nach Herzenslust wheelen können, erfüllt die Fireblade schon jetzt die strenge Euro 3 Abgasnorm.
Beinahe schon als pingelig darf man die Feinarbeiten bei der Gewichtsreduktion bezeichnen. So wurde zum Beispiel die ECU-Kontrolleinheit stolz mit 100g weniger an den Rippen präsentiert.  
Agil aber nicht nervös
Das Fahrwerk der Fireblade bietet eine erstaunlich große Bandbreite. In der Serienabstimmung trifft es den Geschmack der meisten Cafe-Racer vermutlich perfekt. Straff genug um auf der Hausstrecke nicht zu versagen aber komfortabel genug um beim Ritt über den Kanaldeckel keine Krise zu bekommen. Für den Ausflug auf die Rennstrecke reicht der Griff zum Bordwerkzeug und schon hat die CBR die nötigen Reserven für harte Bremsmanöver, schnelle Wechselkurven und hartes Rausbeschleunigen. Details zur Abstimmung siehe hier. 


Die goldene Mitte
Auch bei der Fahrwerksgeometrie wählt Honda die goldene Mitte. Im Kurveneingang ist die Fireblade einen kleinen Tick behäbiger als z.B eine ZX-10R aber im Kurvenausgang dafür viel leichter zu kontrollieren.
Harte Burschen welche als 1000er Piloten am Stammtisch als Bezwinger einer Bestie durchgehen möchten, sollten nicht zur CBR greifen. Die Fireblade überfordert keinen 600er Aufsteiger. Man kann sich damit erstaunlich gefahrlos an sein persönliches Limit herantasten. Diese Eigenschaft ist in Wahrheit das größte Plus der Fireblade im Vergleich zu den anderen 1000ern am Markt.
Am Fahrwerk selbst wurden nur geringfügige Änderungen umgesetzt. Der Nachlaufwinkel wurde um ein Viertelgrad reduziert. Dadurch ergibt sich auch ein um 2 mm kürzerer Nachlauf. Gemeinsam mit der verkürzten Schwinge wurde der Radstand so um 10mm verkürzt.





Leichtere aber bissigere Bremse
Den gleichen Weg gehen auch die guten Bremsen an der CBR. Sehr gute Performance in jeder Lebenslage. Am Ende der Start-Ziel Geraden kann man damit von Runde zur Runde mutiger werden. Sehr linear und überaus einfach zu dosieren. Wie in dieser Klasse üblich verrichten vorne radial verschraubte Bremssättel ihren Dienst. Die Scheiben wurden in diesem Modelljahr von 310 auf 320 mm vergrößert und gleichzeitig sparte man 0,5 mm Wandstärke ein. Ergibt somit eine höhere Bremsleistung bei 300g weniger an ungefederten Massen. Typisch japanisch: Dünn und drahtig, aber trotzdem bärenstark.



James Toseland sagt: NastyNils gut auf der Bremse

Die Chance von einem Superbike Weltmeister ein paar Tipps zu bekommen hat man nicht alle Tage. Ich nutzte die Chance und drehte ein paar Runden mit dem neuen Honda SBK Piloten.
Ich gab mein bestes und war fest der Meinung, das man an gewissen Stellen einfach nicht schneller fahren kann. Doch merkwürdiger Weise fuhr Toseland genauso schnell und verbrachte dabei aber die halbe Runde damit in den Rückspiegel zu schauen, sich umzudrehen oder mit einer Hand eindeutige Kommandos zu geben. Am Ende der Start-Ziel entwickelte ich jedoch ein plötzliches Interesse an der Maximalgeschwindigkeit. Gespannt blickte ich auf den Tacho und sah zu, wie die Anzeige von 250 über 260 hinauf auf 270 kletterte. Multitasking war noch nie meine Stärke und so vergaß ich, dass es am Ende der Start-Ziel wesentlich wichtigere Dinge gibt auf welche man sich konzentrieren sollte. Wie zum Beispiel das Bremsen. Spät wie nie zuvor griff ich panisch in die Eisen und zoomte mich zur ersten Ecke. Die Furcht vor dem Kies war groß und so bremste ich bis tief in den Scheitel hinein. Nie mehr wieder wird mir ein solch gewaltiges Manöver gelingen. Zurück in der Boxengasse gab mir Toseland ein paar hilfreiche Tipps und hatte auch ein Lob für mich: "Du bist gut auf der Bremse." Ich nickte cool und schwieg.  
   


Alle Jahre wieder: Noch schärfere Optik

Das Styling der neuen CBR 1000 RR ist insgesamt sehr gut gelungen. Die angebotenen Farbvarianten (Rot, Metallic Grau und Graphit Schwarz) sind zwar sehr hübsch, können der 05er Repsol aber nicht das Wasser reichen. Aber man muss sich ja auch noch was für 2007 aufheben. Nicht ganz ins hochwertige Erscheinungsbild passen die Blinker an der CBR 1000. Hier sind derzeit auch nettere Lösungen am Markt erhältlich. Scheinbar geht man fix davon aus, dass ohnehin sofort Teile aus dem Zubehör verbaut werden. Apropos Zubehör: Unbedingt die Sozius-Sitzabdeckung beim Kauf mit bestellen. Kleines Teil mit großer optischer Wirkung.